Brich auf und werde lichte
Martin Opitz, 1628

Brich auf und werde lichte,
Laß gehn die nacht zunichte.
Den Licht komm her zu dir;
Die Herrlichtkeit des Herren
Glänzt prächtig weit und ferren
Und zeigt sich um und über dir.

Zwar finster ist die Erde,
Der armen Heiden Herde
Liegt dunket weit und breit;
Dich hat der Herr, dein Leben,
Dein Heil und Trost, umbegen
Mit großer Ehr und Herrlichkeit.

Die Völker auf der Erden,
So je beschienen werden
Durch klare Sonnenlicht,
Die sollen dien Licht kennen,
Zum Glanze frölich rennen,
Der aus der Höh' des Himmels bricht.

Heb auf, heb dein Gesichte;
Das Volk folgt deinem Lichte,
Die Welt kommt ganz zu dir;
Sie hat von dir venommen
Die Sohn und Töcher kommen
Und suchen deinen Ruhm und Zier.

Dein Herz wird dir wallen,
Wenn dir komm zu gefallen
Die Anzahl um das Meer;
Du wirst die Augen weiden
Am Volke viele Heiden,
So dringst mit Haufen zu dir her.